📝 Lehrgangsbeschreibung
Arbeiten unter Spannung an Batteriesystemen und Hochvolt-Anlagen sind in vielen Industrieunternehmen bereits fester Bestandteil des Betriebs – insbesondere bei Energiespeichern, USV-Anlagen und DC-Systemen, bei denen eine Abschaltung häufig nicht möglich ist.
Gleichzeitig fehlt es in der Praxis oft an einer passenden Qualifikation: Klassische AuS-Lehrgänge berücksichtigen die besonderen Gefährdungen moderner Gleichspannungs- und Energiespeichersysteme nur eingeschränkt, während fahrzeugbezogene Hochvoltschulungen nicht auf industrielle Anwendungen übertragbar sind.
Dieser Lehrgang schließt diese Lücke. Er vermittelt Elektrofachkräften die notwendige Fachkunde, um Arbeiten unter Spannung an stationären Hochvolt- und Batteriesystemen sicher, normgerecht und praxisnah durchzuführen.
🎯 Lehrgangsziel
Ziel des Lehrgangs ist die Qualifizierung von Elektrofachkräften zur sicheren Durchführung von Arbeiten unter Spannung an Hochvolt- und Batteriesystemen.
Nach Abschluss sind die Teilnehmer in der Lage:
- Gefährdungen durch elektrische, thermische und chemische Einwirkungen zu beurteilen
- geeignete Arbeitsverfahren und Schutzmaßnahmen anzuwenden
- persönliche Schutzausrüstung fachgerecht einzusetzen
- Arbeiten unter Spannung sicher zu planen und durchzuführen
👥 Zielgruppe
Der Lehrgang richtet sich insbesondere an:
- Elektrofachkräfte in Industrie und Produktion
- Fachpersonal aus Instandhaltung, Service und Betriebstechnik
- Mitarbeiter aus Energieversorgung, Rechenzentren und Telekommunikation
Typische Einsatzbereiche sind Batteriespeicher, USV-Anlagen, DC-Verteilungen sowie PV- und Speicherlösungen.
✔️ Zulassungsvoraussetzungen
Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene elektrotechnische Berufsausbildung sowie die Qualifikation als Elektrofachkraft. Praktische Erfahrung im Umgang mit elektrischen Anlagen und grundlegende Kenntnisse der relevanten Regelwerke werden erwartet.
Die gesundheitliche Eignung für Arbeiten unter Spannung sowie Kenntnisse in Erster Hilfe werden empfohlen.
📜 Abschlussqualifikation / Zertifikat
Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmer das Zertifikat:
„Hochvoltlehrgang Batterietechnik – Arbeiten unter Spannung in Industrie und Infrastruktur“
Der Lehrgang orientiert sich an den Anforderungen aus
DGUV Vorschrift 3 und
DIN VDE 0105-100
und dient als Qualifikationsnachweis im Rahmen von Audits und behördlichen Prüfungen.
ℹ️ Weitere Informationen
Der Lehrgang ist als dreitägiges Kompaktseminar mit 24 Unterrichtseinheiten konzipiert und verbindet theoretische Grundlagen mit praxisorientierten Übungen.
Ein wesentlicher Bestandteil ist der Praxisanteil, bei dem typische Arbeitssituationen an Hochvolt- und Batteriesystemen realitätsnah geübt werden.
- Dauer: 3 Tage (24 UE)
- Format: Theorie + intensive Praxis
Kontakt & Buchung
📧 E-Mail: info@technikon-akademie.de
📞 Telefon: 0179 / 672 32 78
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Modulbeschreibung
Der Lehrgang ist modular aufgebaut und verbindet fundierte theoretische Grundlagen mit praxisorientierten Anwendungen. Die Inhalte sind so strukturiert, dass die Teilnehmer schrittweise an das sichere Arbeiten unter Spannung an Hochvolt- und Batteriesystemen herangeführt werden.
Beginnend mit den technischen und rechtlichen Grundlagen werden die relevanten Gefährdungen sowie geeignete Schutzmaßnahmen vermittelt. Darauf aufbauend liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der praktischen Anwendung, bei der typische Arbeitssituationen unter realitätsnahen Bedingungen geübt werden.
Die einzelnen Module sind aufeinander abgestimmt und orientieren sich an den Anforderungen aus der industriellen Praxis. Ziel ist es, den Teilnehmern nicht nur Fachwissen zu vermitteln, sondern sie gezielt zu befähigen, Arbeiten unter Spannung sicher und strukturiert im eigenen Betrieb umzusetzen.
🧩 Module
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Modul 1 – Grundlagen Hochvolt- und Batterietechnik
Einführung in die Grundlagen von Hochvolt- und Batteriesystemen mit Fokus auf industrielle und infrastrukturelle Anwendungen und Gleichspannungssysteme.
Inhalte:
- Aufbau und Funktion von Hochvoltsystemen
- Unterschiede zwischen AC- und DC-Systemen
- Grundlagen moderner Batteriesysteme (z. B. Lithium-Ionen)
- Typische Anwendungen in Industrie und Infrastruktur
Ziel:
Die Teilnehmer verstehen den Aufbau und die Funktionsweise von Hochvolt- und Batteriesystemen und können diese im betrieblichen Kontext einordnen.
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Modul 2 – Rechtliche Grundlagen und Normen
Vermittlung der relevanten Vorschriften und Normen für den sicheren Betrieb elektrischer Anlagen und Arbeiten unter Spannung.
Inhalte:
- Anforderungen aus DGUV Vorschrift 3
- Grundlagen der DIN VDE 0105-100
- Verantwortung von Elektrofachkräften
- Organisation von Arbeiten unter Spannung
Ziel:
Die Teilnehmer kennen die rechtlichen Rahmenbedingungen und können ihre Verantwortung sowie die Anforderungen an Arbeiten unter Spannung sicher beurteilen.
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Modul 3 – Arbeiten unter Spannung (AuS)
Grundlagen, Verfahren und sichere Durchführung von Arbeiten unter Spannung in industriellen und infrastrukturellen Anwendungen mit Fokus auf Batterietechnik.
Inhalte:
- Grundsätze des Arbeitens unter Spannung
- Arbeitsverfahren und Einsatzgrenzen
- Vorbereitung und Freigabe von Arbeiten
- Sicherheitsregeln und Abläufe
Ziel:
Die Teilnehmer können geeignete AuS-Verfahren auswählen und Arbeiten unter Spannung sicher und strukturiert durchführen.
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Modul 4 – Gefährdungen bei Hochvolt- und Batteriesystemen
Analyse der spezifischen Gefährdungen, die bei Arbeiten an Hochvolt- und Energiespeichersystemen auftreten können.
Inhalte:
- Gefährdungen durch Gleichspannung (DC)
- Lichtbogenrisiken und deren Auswirkungen
- Thermische Risiken und Energiespeicher
- Besondere Gefahren bei Batteriesystemen
Ziel:
Die Teilnehmer erkennen typische Gefährdungen und können Risiken bei Arbeiten an Hochvolt- und Batteriesystemen richtig einschätzen.
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Modul 5 – Schutzmaßnahmen und Arbeitsmittel
Auswahl und Anwendung geeigneter Schutzmaßnahmen sowie sicherer Einsatz von Arbeitsmitteln beim Arbeiten unter Spannung mit Schwerpunkt Batteriesysteme.
Inhalte:
- Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
- Isolierte Werkzeuge und Hilfsmittel
- Sicherheitsabstände und Schutzmaßnahmen
- Auswahl geeigneter Messgeräte
Ziel:
Die Teilnehmer können geeignete Schutzmaßnahmen auswählen und Arbeitsmittel fachgerecht und sicher einsetzen.
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Modul 6 – Praktische Arbeiten unter Spannung
Durchführung typischer Arbeiten an Hochvolt- und Batteriesystemen unter praxisnahen Bedingungen.
Inhalte:
- Messungen unter Spannung
- Fehlersuche an Hochvolt- und DC-Systemen
- Arbeiten an Batteriespeichern und Verteilungen
- Anwendung von PSA und Werkzeugen
Ziel:
Die Teilnehmer sind in der Lage, Arbeiten unter Spannung praxisgerecht und sicher durchzuführen.
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Modul 7 – Organisation und Umsetzung im Betrieb
Übertragung der Lehrgangsinhalte in die betriebliche Praxis und Integration in bestehende Arbeitsabläufe.
Inhalte:
- Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen
- Planung und Organisation von Arbeiten unter Spannung
- Dokumentation und Freigabeprozesse
- Umsetzung im betrieblichen Umfeld
Ziel:
Die Teilnehmer können Arbeiten unter Spannung organisatorisch vorbereiten und sicher in betriebliche Prozesse integrieren.