Hochvolt 3S
Fachkundige Person (FHV) Stufe 3S
Beschreibung
Die Elektromobilität ist längst keine Zukunftsvision mehr – sie ist gelebte Realität in Werkstätten, Produktion, Entwicklung und Service. Mit ihr steigen jedoch auch die Anforderungen an den Arbeitsschutz. Die Arbeit an Hochvolt-Komponenten unter Spannung stellt eine besondere Gefährdung dar – sie darf daher nur von speziell qualifizierten Personen durchgeführt werden.
Mit dem Lehrgang „Fachkundige Person Hochvolt – Stufe 3S“ qualifizieren Sie sich für das Arbeiten unter Spannung (AuS) an Hochvoltsystemen in Fahrzeugen. Der Kurs basiert auf den Anforderungen der DGUV Information 209-093 sowie den relevanten VDE-Normen.
Lehrgangsziel
Ziel des Lehrgangs ist es, Personen mit bestehender Hochvoltqualifikation (mindestens Stufe 2S) dazu zu befähigen, Arbeiten an unter Spannung stehenden Hochvolt-Komponenten rechtssicher, fachlich korrekt und praxisgerecht durchzuführen.
Nach erfolgreicher Teilnahme sind Sie berechtigt, Hochvolt-Komponenten in spannungsführendem Zustand zu prüfen, zu warten oder zu reparieren – mit entsprechendem Sicherheitskonzept.
Nutzen
🔧 Für Fachkräfte:
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Höchste Qualifikation im Hochvoltbereich: Rechtssicher Arbeiten unter Spannung (AuS) durchführen
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Berufliche Vorteile: Bessere Jobchancen, mehr Verantwortung, höherer Marktwert
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Rechtssicherheit: Sie kennen Normen, Pflichten und handeln vorschriftsgemäß
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Praxiserfahrung: Realitätsnahe Übungen an HV-Systemen – keine reine Theorie
🏢 Für Unternehmen:
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Gesetzeskonforme Qualifikation nach DGUV 209-093
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Haftungsreduzierung durch dokumentierte Fachkunde
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Schnellere Instandsetzung durch eigenes 3S-Personal
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Stärkung der Arbeitgebermarke durch moderne Weiterbildung
- Höhere Arbeitssicherheit durch verantwortungsvolle Schulung
Zielgruppe
Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte, die bereits eine HV-Qualifikation nach Stufe 2S besitzen und künftig Arbeiten unter Spannung durchführen sollen. Dazu gehören u. a.:
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Kfz-Mechatroniker im Bereich Elektromobilität
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Servicetechniker für Elektro-/Hybridfahrzeuge
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Fachpersonal in Werkstätten, Industrie und Entwicklung
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Meister, Techniker und verantwortliche Elektrofachkräfte
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Personen mit Verantwortung für Hochvolt-Arbeitsplätze (VEFK
Normative / Rechtliche Grundlagen
- Arbeitsschutzgesetz
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Vorschrift 1
- DGUV Information 209-093
Teilnahmevoraussetzungen
Um die Sicherheit aller Beteiligten und die gesetzeskonforme Durchführung der Schulung sicherzustellen, gelten folgende Teilnahmebedingungen:
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Abgeschlossene HV-Qualifikation nach Stufe 2S
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Mindestalter 18 Jahre
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Erste-Hilfe-Ausbildung inkl. Herz-Lungen-Wiederbelebung, nicht älter als 24 Monate
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Nachweis gesundheitlicher Eignung (z. B. über Betriebsarzt)
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Grundkenntnisse in Elektrotechnik und Hochvolttechnik im Kfz-Bereich
Abschlussqualifikation / Zertifikat
Alle Teilnehmenden erhalten bei erfolgreicher Teilnahme:
- Zertifikat „Fachkundige Person Hochvolt – Stufe 3S“
- Nachweis nach DGUV Information 209-093
- Dokumentation der erlangten Fachkenntnisse und Befähigung
- Optional: Eintrag in das persönliche Sicherheits-Pass-System
Gültigkeit
Nach erfolgreicher Qualifikation sind die Fachkenntnisse durch regelmäßige Teilnahme an Schulungen auf aktuellem Stand zu halten. Die Technikon Akademie empfiehlt eine "Auffrischung" im Zeitraum von zwei Jahren
Kostenzusatz
Enthalten sind die Seminarunterlagen.
Kontakt
📞 Telefon: +49 179 672 32 78
✉️ E-Mail: info@technikon-akademie.de
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Module
Der Kurs ist in Module unterteilt und verbindet gesetzliche Grundlagen mit realitätsnaher Praxis an Hochvolt-Systemen:
Module
Modul 1 – Rechtliche & normative Grundlagen
Die DGUV Information 209-093 vermittelt die wichtigsten Qualifikationsstufen für Arbeiten an elektrischen Anlagen – von elektrotechnisch unterwiesenen Personen bis zur Elektrofachkraft. Grundlage dafür sind zentrale VDE-Vorschriften wie DIN VDE 0105-100 und DIN VDE 0100-410, die den sicheren Betrieb und Schutz vor elektrischem Schlag regeln.
Wichtige Themen sind auch Verantwortung, Unterweisung und Dokumentation – sie sichern den rechtssicheren und sicheren Einsatz von Personal. Ergänzend sorgen Betriebsanweisungen und klar geregelte Freigabeverfahren für einen strukturierten und sicheren Ablauf bei elektrotechnischen Arbeiten.
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Einführung in die DGUV Information 209-093 (Qualifikationsstufen)
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Relevante VDE-Vorschriften (z. B. DIN VDE 0105-100, DIN VDE 0100-410)
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Verantwortung, Unterweisung, Dokumentation
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Betriebsanweisungen & Freigabeverfahren
Modul 2 – Organisation & Sicherheit bei AuS
Die Organisation von Arbeiten unter Spannung (AuS) erfordert eine klare Struktur und sorgfältige Vorbereitung. Zunächst ist eine Arbeitsfreigabe sowie eine Gefährdungsbeurteilung notwendig, um Risiken zu erkennen und Schutzmaßnahmen festzulegen. Dabei sind die 5 Sicherheitsregeln zu beachten, die – angepasst an AuS – als Grundlage für sicheres Arbeiten dienen.
Wesentlich ist der Einsatz geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wie isolierende Handschuhe, Schutzkleidung und Gesichtsschutz. Ebenso müssen Werkzeuge und Hilfsmittel speziell für AuS ausgewählt, geprüft und in einwandfreiem Zustand sein. Nur so kann die Sicherheit bei Arbeiten unter Spannung gewährleistet werden.
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Organisation von Arbeiten unter Spannung
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Arbeitsfreigabe, Gefährdungsbeurteilung, 5 Sicherheitsregeln
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Persönliche Schutzausrüstung (PSA) für AuS
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Auswahl und Prüfung geeigneter Werkzeuge und Hilfsmittel
Modul 3 – Hochvoltsysteme in Fahrzeugen
Hochvoltsysteme in Elektro- und Hybridfahrzeugen bestehen aus zentralen Komponenten wie HV-Batterien, Invertern und Steuergeräten, die über isolierte Leitungen, Sicherungen und Schütze miteinander verschaltet sind. Die HV-Batterie speichert elektrische Energie, der Inverter wandelt sie in Wechselspannung für den Antrieb um und die Steuergeräte übernehmen Überwachung und Steuerung des gesamten Systems. Aufgrund von Gefährdungen wie Restspannungen, ungewollter Rückspeisung und Lichtbogenbildung sind spezielle Schutzmaßnahmen und der Einsatz persönlicher Schutzausrüstung zwingend erforderlich.
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Aufbau, Funktion und Verschaltung von HV-Komponenten
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Energiespeicher, HV-Batterien, Inverter, Steuergeräte
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Besondere Gefährdungen: Restspannungen, Rückspeisung, Lichtbogenbildung
Modul 4 – Praktische Durchführung von Arbeiten unter Spannung
Für die Durchführung sicherer Hochvolt-Arbeiten sind eine sorgfältige Vorbereitung und umfassende Planung unerlässlich. Praktische Übungen an Hochvolt-Demofahrzeugen oder -modulen ermöglichen ein realitätsnahes Training. Zentrale Inhalte sind dabei Isolationsmessungen, Spannungsprüfungen sowie das fachgerechte Erdung und Kurzschließen von HV-Systemen. Der sichere Umgang mit isoliertem Werkzeug und Schutzmatten gehört ebenso dazu wie ein fundiertes Notfallmanagement. Dazu zählt insbesondere das richtige Verhalten bei Stromunfällen sowie die Einleitung der Rettungskette.
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Vorbereitung und Planung sicherer HV-Arbeiten
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Praktische Übungen an Hochvolt-Demofahrzeugen oder -modulen
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Isolationsmessungen, Spannungsprüfung, Erdung, Kurzschließen
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Arbeiten mit isoliertem Werkzeug und Schutzmatten
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Notfallmanagement: Verhalten bei Stromunfällen, Rettungskette
Modul 5 – Prüfung & Zertifizierung
Die Zertifizierung besteht aus einem theoretischen Wissenstest im Multiple-Choice-Format sowie einer praktischen Prüfungsaufgabe unter Aufsicht. Nach erfolgreichem Abschluss beider Prüfungsteile erfolgt die Auswertung und die Ausgabe des Technikon-Zertifikats.
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Theoretischer Wissenstest (Multiple Choice)
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Praktische Prüfungsaufgabe unter Aufsicht
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Auswertung und Ausgabe des Technikon-Zertifikats